Lässt sich die Kennzeichnungspflicht für KI-Texte umgehen?
Umgehen lässt sie sich nicht, und davon rate ich auch ab. Art. 50 Abs. 4 der KI-Verordnung sieht allerdings vor, dass die Kennzeichnung entfällt, sofern ein Mensch den Text fachlich geprüft hat und jemand die redaktionelle Verantwortung übernimmt. Wer diese Bedingung erfüllt, umgeht nichts, sondern erfüllt die Verordnung auf dem Weg, den sie selbst vorsieht.
Genügt es, wenn unsere Redaktion den Text selbst noch einmal liest?
Das kommt darauf an, wer liest und was dabei geschieht. Die Verordnung verlangt einschlägiges Wissen und fachliches Urteilsvermögen, wogegen ein rascher Durchgang mit der Rechtschreibprüfung ausdrücklich nicht genügt. Verfügt Ihr Haus über eine eigene Lektoratsabteilung, die vollumfänglich redigiert und dies dokumentiert, benötigen Sie mich nicht. Fehlt Ihnen die Dokumentation, springe ich gern ein.
Was unterscheidet die Freigabe von einem gewöhnlichen Lektorat?
Das Lektorat endet mit dem bearbeiteten Text, wogegen die Freigabe mit einer unterzeichneten Bestätigung endet, die festhält, wer wann was geprüft hat. Hinzu tritt die inhaltliche Nachprüfung, die bei maschinell erzeugten Vorlagen unerlässlich ist, da Sprachmodelle Sachverhalte erfinden und Lücken anhand statistischer Wahrscheinlichkeiten schließen, ohne dies anzuzeigen.
Arbeiten Sie auch mit Texten, die vollständig aus einem Sprachmodell stammen?
Ja, sofern Sie mir das vorab mitteilen. Ich benötige die Auskunft für die Kalkulation, zumal die inhaltliche Prüfung bei solchen Vorlagen erheblich mehr Zeit beansprucht als bei humangenerierten Texten.
Wie schnell geht das?
Das Angebot erhalten Sie wenige Tage nach Kontaktaufnahme. Die Bearbeitung selbst bemisst sich nach Umfang und Zustand der Vorlage, wobei ich für laufend betreute Häuser feste Zeitfenster reserviere.
Gilt die Verordnung auch für uns, wenn wir in Österreich sitzen?
Die KI-Verordnung gilt unmittelbar in sämtlichen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, also auch in Österreich. Ob und in welcher Rolle Ihr Haus betroffen ist, beurteilt Ihre Rechtsabteilung, während ich die fachliche Prüfung beisteuere.