Show, don’t tell

Werkstattwochenende

Show, don’t tell

Zeigen statt behaupten

Szenisches Schreiben stellt viele Schreibende vor eine Schwierigkeit, und das aus einem nachvollziehbaren Grund: Von klein auf lernen wir, Ereignisse zu schildern und Gefühle zu benennen, wogegen uns kaum jemand beibringt, wie sich mit Worten Szenen erschaffen lassen, die bei Lesenden innere Bilder und Empfindungen auslösen. Genau hier setzen wir an und suchen in Ihren Texten jene Stellen, an denen Erlebtes lediglich beschrieben wird. Die Regel verlangt dabei nicht, dass nie berichtet werden dürfe, sondern dass Sie wissen, wann eine Szene nötig ist und wann die Zusammenfassung genügt.

Dauer
Samstag und Sonntag, jeweils von neun bis achtzehn Uhr
Die Gruppe
Drei bis vier Teilnehmende, mit deren Texten wir uns als Gruppe auseinandersetzen
Die Unterlagen
Ein digitales Arbeitsheft, das die Theorie um praktische Impulse ergänzt
Die Kosten
450 € je Person ohne Übernachtung, inklusive Kursmaterialien
Ort
Textariat, Polzergasse 5, 8010 Graz

Für wen

Für alle, deren Texte inhaltlich stimmen und beim Lesen dennoch auf Abstand bleiben, sowie für jene, denen im Lektorat oder in einer Werkstatt bereits gesagt wurde, sie sollten mehr zeigen, ohne dass jemand erklärt hätte, wie das geht.

Was Sie mitnehmen

  • Drei bis fünf Szenen, aus dem Bericht in die Szene übertragen
  • Eine Prüfliste, an der Sie Behauptungen im eigenen Text erkennen
  • Eine ausführliche schriftliche Einzelrückmeldung im Anschluss

Übernachten und exklusiv buchen

Writer in Residence und die geschlossene Gruppe

Für eine Person steht je Wochenende ein Writer-in-Residence-Platz mit einer Nächtigung um 520 € zur Verfügung. Wer Schreibfreund:innen mitbringt, kann dieses Wochenende überdies zu höchstens viert exklusiv belegen und zahlt dann samt Nächtigung 480 € je Person, gültig ab zwei Personen. Sie haben den Seminarraum, den Garten und meine Aufmerksamkeit in diesem Fall für sich allein.

Der Ablauf

Vier Einheiten an zwei Tagen

An beiden Tagen arbeiten wir von neun bis achtzehn Uhr, wobei Schreibimpulse und Übungen mit dem Werkstattgespräch wechseln, in dem wir Texte gemeinsam besprechen. Jeder Tag wird mit einem solchen Gespräch eröffnet und geschlossen, und im Anschluss an das Wochenende erhalten Sie eine ausführliche schriftliche Einzelrückmeldung.

Samstagvormittag

Die Regel und ihre Grenzen

Woher der Satz stammt, was er meint und wo er falsch angewendet wird. Denn ein Roman, der nur zeigt und nie rafft, ermüdet ebenso wie einer, der nur berichtet.

Samstagnachmittag

Die Behauptung finden

Wir markieren in Ihren Texten jede Stelle, an der ein Gefühl benannt wird, und fragen, woran die Lesenden es sonst erkennen könnten. Die Ausbeute ist erfahrungsgemäß größer als erwartet.

Sonntagvormittag

Das Detail, das trägt

Nicht die Fülle wirkt, sondern die Auswahl. Wir arbeiten daran, welches eine Detail eine Stimmung herstellt und weshalb es aus der Wahrnehmung der Figur stammen muss und nicht aus jener der Verfasserin.

Sonntagnachmittag

Der Wechsel

Szene und Raffung im Wechsel, also die eigentliche Kunst: Wir bestimmen an Ihrem Text, welche Passagen szenisch ausgeführt gehören und welche in drei Sätzen erledigt sind.

Die Unterlagen

Das Arbeitsheft führt die Prüffragen zur Behauptung, kommentierte Beispiele aus veröffentlichten Romanen sowie die Übungen des Wochenendes.

Anmeldung

Die Plätze sind begrenzt

Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben, wobei ein kurzes Vorgespräch vorab klärt, ob Ihr Vorhaben zu diesem Wochenende passt. Schreiben Sie mir, woran Sie arbeiten und was Sie am Ende in Händen halten möchten.

Termine und freie Plätze Voranmeldung per Mail

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