Es geht nicht mehr um den einwandfreien Text, sondern um die Sprache, die uns bleibt.
Lassen immer mehr Menschen ihre Texte von generativer KI sowohl erstellen als auch überarbeiten, entsteht aus dem Durchschnitt, auf den diese Systeme zugreifen und den Schreibende in weiterer Folge vorlegen, eine zunehmend eintönige graue Textmasse, durchsetzt von Floskeln und Wendungen, die samt falsch übernommener Idiome zumeist aus dem Englischen stammen. Beispielsweise hat sich der Wortschatz wissenschaftlicher Texte in den letzten drei Jahren messbar verschoben: Traten 2021 rund 190 Wörter auffällig häufiger auf als vor den ersten Text-KI-Systemen, waren es 2024 bereits über 450. Untersuchungen zum kreativen Schreiben zeigen überdies, dass einzelne Autor:innen mithilfe von KI durchaus originellere Texte verfassen, während die stilistische Vielfalt über alle Schreibenden hinweg abnimmt und der Buchmarkt geflutet wird von generischen Texten. Besonders spannend: Bei einem vervielfachten Angebot sank der Umsatz je Titel um rund ein Fünftel.
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Wer unter diesen Bedingungen bestehen will, gewinnt nichts mehr dadurch, dass sein Roman bzw. Text sprachlich korrekt ist. Viel wichtiger ist, dass Texter:innen und Autor:innen nicht ausschließlich generierte Plagiate produzieren und konsumieren, sondern Texte erschaffen, die sich voneinander unterscheiden und deren roter Faden vorhanden ist und einer professionellen Prüfung standhalten würde. Innerhalb des Literaturbetriebs muss „die langweilige Mischung aus sehr ähnlichen Elementen“ (vgl. Definition „Einheitsbrei“ des DWDS) daher ebenso vermieden werden wie im gehobenen Journalismus und auf dem Sach- und Fachbuchmarkt.